Gletscherschlucht Rosenlaui und das Rosenlauital


+14Die Gletscherschlucht Rosenlaui ist eine enge Kalkschlucht im Rosenlauital oberhalb von Meiringen, durch die du auf Felsgalerien, durch Tunnel und über mehr als 200 Stufen gehst, während unter dir das Schmelzwasser des Rosenlauigletschers tobt. Drumherum liegt eines der schönsten Seitentäler im Berner Oberland: Wellhorn, Engelhörner, Gletscher, Alpwiesen und das alte Hotel Rosenlaui. Wir waren am 5. Juli 2026 einen ganzen Tag dort, mit unserem Hund Miley: morgens die Schlucht, mittags Picknick an der Reichenbach, nachmittags zu Fuß zum Hotel. Hier findest du Eintritt und Öffnungszeiten 2026, die Regeln für die schmale Talstraße mit Parkgebühr, das Postauto und unsere Erfahrungen vom Besuch.
Gletscherschlucht Rosenlaui auf einen Blick
| Lage | Rosenlaui, 3860 Meiringen, Reichenbachtal (Rosenlauital), Berner Oberland, 1.328 m |
|---|---|
| Eintritt 2026 | Erwachsene CHF 12 (ca. 13 €), Kinder 6 bis 15 CHF 6 (ca. 6,50 €), unter 6 gratis |
| Ermäßigt | CHF 10 mit Berner Oberland Pass, Gästekarte der Region oder ab 10 Personen |
| Saison 2026 | 14. Mai bis 30. September 9 bis 18 Uhr, 1. bis 18. Oktober 9 bis 17 Uhr |
| Gehzeit | Rund 45 Minuten, 1,2 km Rundweg, 115 Höhenmeter, über 200 Stufen |
| Hunde | Erlaubt und gratis, an der Leine |
| Auto | Rund 11 km ab Meiringen, Parkgebühr fürs ganze Tal CHF 8 pro Tag (ca. 8,60 €) |
| Postauto | Linie 164 ab Bahnhof Meiringen, 32 Minuten bis „Rosenlaui, Gletscherschlucht“ |
| Zeitbedarf | 1,5 Stunden für die Schlucht, ein ganzer Tag mit dem Tal |
Preise und Zeiten: rosenlauischlucht.ch, Saison 2026. Euro gerechnet mit 1 CHF = 1,08 € (Oktober 2026).
- Lohnt sich die Gletscherschlucht Rosenlaui?
- Der Weg durch die Schlucht
- Eintritt und Preise 2026
- Öffnungszeiten und beste Tageszeit
- Anreise: Talstraße, Parkgebühr und Postauto
- Das Rosenlauital: Wellhorn, Engelhörner, Gletscher
- Hotel Rosenlaui und die Geschichte des Tals
- Reichenbachfall und Sherlock Holmes
- Rosenlaui mit Hund
- Unser Tag in Rosenlaui
- Tipps aus eigener Erfahrung
- Häufige Fragen
Lohnt sich die Gletscherschlucht Rosenlaui?
Ja, unbedingt. Für 12 Franken bekommst du eine der wildesten Schluchten im Berner Oberland, und schon die Fahrt ins Rosenlauital mit dem Wellhorn und dem Gletscher vor der Windschutzscheibe ist den Ausflug wert. Die Schlucht ist kleiner und ruhiger als die bekannte Aareschlucht, an unserem Sonntagmorgen im Juli hatten wir ganze Abschnitte für uns allein.
Das Besondere an Rosenlaui ist die Enge. Das Gletscherwasser hat sich einen Schlitz in den massiven Kalkfels gefräst, an manchen Stellen nur wenige Meter breit. Der Weg zwängt sich auf Felsbändern, durch kurze Tunnel und über Stahltreppen mitten hindurch. Du schaust also nicht von oben in eine Schlucht hinunter, sondern stehst darin: glattgeschliffene Wände über dir, das weiße Wasser direkt unter dem Geländer.
Dazu kommt das Tal selbst. Viele Besucher des Berner Oberlands kennen das Rosenlauital gar nicht, dabei gehört der Blick auf das Wellhorn mit dem Rosenlauigletscher daneben zu den eindrücklichsten Bergbildern der Region. Schlucht am Vormittag, Picknick oder Spaziergang an der Reichenbach am Nachmittag, und du hast einen ruhigen, vollen Tag fernab vom Trubel in Interlaken und Lauterbrunnen. In unserer Übersicht der Schluchten und Wasserfälle im Berner Oberland gehört Rosenlaui ganz nach oben.

Der Weg durch die Schlucht
Der Rundweg ist rund 1,2 Kilometer lang. Du steigst auf einem gesicherten Weg mit Tunneln und über 200 Stufen 115 Höhenmeter durch die Schlucht hinauf und kommst auf einem Kiesweg durch den Bergwald zurück zur Kasse. Der Betreiber rechnet mit 45 Minuten, wir haben wegen der vielen Fotostopps fast zwei Stunden gebraucht.
Gleich nach der Kasse kommst du an einen Aussichtspunkt über dem ersten großen Wasserfall, wo der Bach aus der Schlucht in den Wald stürzt. Nummerierte blaue Tafeln erklären unterwegs auf Deutsch, Englisch und Französisch, was du siehst. Dann führt der Weg in den Fels: Eine dunkle Holztür öffnet sich zum ersten Tunnel, und ab hier bist du mitten in der Schlucht.

Drinnen ändert sich das Bild alle paar Meter. An manchen Stellen stehen die Wände so dicht, dass über dir nur ein Streifen Himmel bleibt. An anderen hat das Wasser runde Gletschertöpfe, Grotten und glatte Felsschliffe hinterlassen. Einzelne Abschnitte sind als Halbtunnel in die Wand gesprengt, das Felsdach direkt über dem Kopf. Die beiden längsten Tunnel haben eine Beleuchtung mit Solarstrom, einige Decken sind aber sehr niedrig: Kopf einziehen.

Am tiefsten wirkt die Schlucht im mittleren Teil. Der Weg läuft auf einem Felsband zwischen zwei grauen Kalkwänden, unten zischt das Wasser zwischen Felsblöcken durch, und weit oben wachsen Bäume an der Kante. Auch an einem heißen Julitag ist es hier kühl und feucht. Weiter oben steigen Stahltreppen an einem Wasserfall vorbei, der durch einen Felsspalt schießt, und eine enge Wendeltreppe schraubt sich im Fels nach oben.

Auch die Geschichte des Wegs ist beeindruckend. Im 19. Jahrhundert führte nur eine Holztreppe in die Schlucht. 1901 kaufte der Meiringer Hotelier Kaspar Brog die Liegenschaften in Rosenlaui und ließ die obere Schlucht erschließen. Ab Ende Oktober 1901 sprengte ein Bauunternehmer aus dem Tirol den Weg mit rund 9.000 Schüssen, also 180 Paketen Dynamit, durch den Fels, für 22.000 Franken. Am 6. Juni 1903 wurde eröffnet, am ersten Tag kamen 38 Besucher, der Eintritt kostete einen Franken. Im Winter 1930/31 verlängerten Brogs Nachkommen den Weg auf die heutige Länge. Geführt wird die Schlucht bis heute von der Familie, inzwischen in fünfter Generation.

Oben verlässt du die Schlucht durch ein Drehkreuz und stehst plötzlich in einem lichten Föhrenwald. Gleich danach kommt eine Lichtung voller Steinmännli: Hunderte kleine Steintürme, die Besucher auf den Kalkblöcken aufgeschichtet haben. Fast alle bleiben hier eine Weile stehen und setzen selbst einen Stein dazu. Danach führt der Weg durch den Wald am Bach entlang wieder hinunter, teils über Stufen, vorbei an einer geschnitzten Holzfigur, bis zur Kasse.

Gut zu wissen: Zieh feste Turnschuhe oder Wanderschuhe an, Stufen und Felsbänder sind stellenweise nass. Für Kinderwagen und Rollstühle ist der Weg nicht geeignet. Ein Mindestalter gibt es nicht, kleine Kinder nimmst du an den engen Stellen aber an die Hand. An der Kasse liegt das kleine Café Schluchthüttli für Getränke und Snacks, und rund 15 Gehminuten vom Eingang entfernt gibt es die Brätelstelle Broch mit Feuerstelle.
Eintritt und Preise 2026
Der Eintritt in die Gletscherschlucht Rosenlaui kostet 2026 für Erwachsene CHF 12 (ca. 13 €) und für Kinder von 6 bis 15 Jahren CHF 6 (ca. 6,50 €). Kinder unter 6 Jahren und Hunde sind gratis. Bezahlen kannst du an der Kasse vor Ort oder online im Ticket-Shop des Betreibers.
| Billett (2026) | Erwachsene ab 16 | Kinder 6 bis 15 | Unter 6 |
|---|---|---|---|
| Einzeleintritt | CHF 12 (ca. 13 €) | CHF 6 (ca. 6,50 €) | gratis |
| Einzeleintritt ermäßigt | CHF 10 (ca. 10,80 €) | CHF 5 (ca. 5,40 €) | gratis |
| Saisonkarte | CHF 24 (ca. 26 €) | CHF 12 (ca. 13 €) | gratis |
Den ermäßigten Preis zahlst du in Gruppen ab 10 Personen, mit Schulklassen, mit den Gästekarten von Haslital, Jungfrauregion, Brienz oder Interlaken, mit der Camping Card Berner Oberland, dem Berner Oberland Pass, dem Seepass Thuner- und Brienzersee und mit RailAway-Billetten. Die Karte zeigst du an der Kasse vor. Gruppen ab 20 Personen melden sich vorher an. Einheimische aus den Hasli-Gemeinden kommen mit Ausweis gratis hinein.
Einen Online-Rabatt gibt es nicht, für Einzelbesucher ist es also egal, wo du kaufst. Wir haben morgens ohne Wartezeit an der Kasse bezahlt. Mit dem Auto kommt noch die Parkgebühr fürs Tal dazu, dazu gleich mehr.
Öffnungszeiten und beste Tageszeit
Die Gletscherschlucht Rosenlaui ist nur im Sommer offen: 2026 vom 14. Mai bis 30. September täglich von 9 bis 18 Uhr und vom 1. bis 18. Oktober täglich von 9 bis 17 Uhr. Im Winter ist sie geschlossen. Bei Unwetter kann der Betreiber kurzfristig schließen, schau vor einer langen Anfahrt also auf die Website oder ruf an.
- Vormittags: die beste Zeit. Wir waren gegen halb elf drin und haben nur ein paar kleine Gruppen getroffen. Die tiefe Sonne wirft Lichtstrahlen in die Schlucht und bringt die Gischt am ersten Wasserfall zum Leuchten.
- Mittags und nachmittags: mehr Betrieb, vor allem an Sommerwochenenden, und der kleine Parkplatz am Eingang ist schnell voll. Die Schlucht bleibt auch bei Hitze angenehm kühl.
- Nach Regen: mehr Wasser und mehr Getöse, bei Gewitter aber besser fernbleiben. An heißen Nachmittagen schmilzt der Gletscher stärker, die Reichenbach führt dann mehr und milchigeres Wasser.
Passstraße und Postauto haben fast dieselbe Saison: 2026 vom 14. Mai bis 18. Oktober.
Anreise: Talstraße, Parkgebühr und Postauto
Rosenlaui liegt rund 11 Kilometer oberhalb von Meiringen an der schmalen Straße Richtung Schwarzwaldalp und Grosse Scheidegg. Mit dem Auto brauchst du etwa 25 Minuten, mit dem Postauto Linie 164 ab Bahnhof Meiringen 32 Minuten bis zur Haltestelle „Rosenlaui, Gletscherschlucht“, keine Minute vom Eingang entfernt.
Mit dem Auto: Mautstraße oder Parkgebühr?
Die Straße ins Rosenlauital wird oft Mautstraße genannt, genau genommen zahlst du aber eine Parkgebühr für das ganze Tal. Das Tagesticket kostet CHF 8 (ca. 8,60 €), das Nachmittagsticket ab 12 Uhr CHF 4 (ca. 4,30 €). Du löst es am Automaten am Taleingang, bar oder mit Karte, und legst es sichtbar ins Auto. Es gilt auf allen Parkplätzen im Tal, auch an der Schlucht. Die Gebühr erheben die Gemeinden Meiringen und Schattenhalb.
Die Straße zweigt in Meiringen bei Willigen ab und windet sich in Kehren am Reichenbachfall vorbei nach oben. Nach dem Waldstück kommt die Zahlstelle: ein kleines Betonhäuschen mit STOP-Schild, „Zahlstelle / Point of payment“ und dem Parkzonen-Schild für Rosenlaui und Schwarzwaldalp. Eine große Tafel daneben sagt: Ab hier gebührenpflichtig. Wir waren um 9:56 Uhr dort.

Hinter der Zahlstelle ist die Straße asphaltiert, aber nur rund drei Meter breit und bis zu 15 Prozent steil. Bei Gegenverkehr weichst du an breiteren Stellen aus, und das Postauto hat immer Vortritt: Kommt dir der gelbe Bus entgegen, fährst du rechts ran und lässt ihn vorbei. Ab der Verzweigung Lammi sind nur Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen erlaubt, große Wohnmobile bleiben also in Meiringen.
Wichtig: Nach Grindelwald kommst du mit dem Auto nicht durch. Zwischen Schwarzwaldalp und Grindelwald (Hotel Wetterhorn) gilt ein allgemeines Fahrverbot für private Motorfahrzeuge, auch für Motorräder. Fahren dürfen nur das Postauto, Land- und Forstwirtschaft und Anwohner mit Bewilligung. Wer über die Grosse Scheidegg will, parkt und steigt in den Bus. Welche Straßen im Berner Oberland sonst noch Sonderregeln haben, steht in unserem Ratgeber Autofahren im Berner Oberland.
- Navi: „Gletscherschlucht Rosenlaui, 3860 Meiringen“. Der Parkplatz liegt am Eingang der Schlucht.
- Ab Brienz: rund 23 Kilometer, laut Routenplaner etwa 40 Minuten. Ab Interlaken rund 37 Kilometer und 50 Minuten.

Mit dem Postauto
Die Postauto-Linie 164 fährt vom Bahnhof Meiringen über Rosenlaui bis zur Schwarzwaldalp, die ganze Strecke dauert 40 Minuten. Vom 30. Mai bis 11. Oktober 2026 fahren acht Kurse am Tag, in der Vor- und Nachsaison (14. bis 29. Mai und 12. bis 18. Oktober) vier. Auf der Schwarzwaldalp steigst du in den Bus 128 um, der über die Grosse Scheidegg nach Grindelwald fährt; Meiringen bis Grindelwald über den Pass dauert rund 1 Stunde 35 Minuten. Von Interlaken Ost bist du mit dem Zug in etwa einer halben Stunde in Meiringen.
Mit dem Berner Oberland Pass fährst du auf der ganzen Strecke gratis und bekommst den ermäßigten Schluchteintritt. Postauto verkauft außerdem den Erlebnispass „RosenlauiToTal“ mit Bus, Reichenbachfall-Bahn, Schlucht, historischer Säge auf der Schwarzwaldalp und Mittagessen. Gruppen ab 10 Personen und Velos brauchen eine Reservation.
Mit dem Auto bist du flexibler, das Postauto erspart dir aber die enge Straße und die Parkgebühr, und nur damit kommst du über den Pass nach Grindelwald. Wir haben die gelben Busse den ganzen Tag gesehen, am Hotel und auf der Straße entlang der Wiesen.
Das Rosenlauital: Wellhorn, Engelhörner, Gletscher
Das Rosenlauital, offiziell Reichenbachtal, zieht sich von Meiringen hinauf zur Grossen Scheidegg. Sein Höhepunkt ist der Blick auf das 3.192 Meter hohe Wellhorn mit dem Rosenlauigletscher daneben, am schönsten von den flachen Wiesen der Gschwantenmad unterhalb von Rosenlaui, dazu die gezackten Kalktürme der Engelhörner über dem Weiler.
Für uns war die Gschwantenmad das Schönste am ganzen Tal: Bei Sonnenschein am Bach im Gras liegen, vor dir das Wellhorn, das Wetterhorn und ihre Nachbarn, das ist einfach traumhaft. Nimm eine Decke und etwas zu essen mit und plane hier mehr Zeit ein, als du denkst.
Das Tal gehört zum UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch, und das spürst du auf jedem Kilometer. Die Straße führt zwischen Alpwiesen, alten Holzställen und Weidezäunen hindurch, daneben fließt die Reichenbach breit und milchig-türkis, und immer wieder öffnet sich der Blick auf Eis und Fels. Bei uns war der Himmel am Vormittag wolkenlos, ab dem frühen Nachmittag bauten sich ein paar weiße Wolken hinter dem Wellhorn auf.

Der Rosenlauigletscher hängt in einer weiten Mulde neben dem Wellhorn. Mit Zoom erkennst du die Spalten und die Schmelzwasserfälle, die über die glattgeschliffenen Felsen unter dem Eis stürzen. Genau dieses Wasser hat die Schlucht gegraben. Über Rosenlaui stehen die Engelhörner, eine zerrissene Wand aus Kalktürmen und ein bekanntes Klettergebiet. In Rosenlaui gab es die erste Bergsteigerschule der Schweiz, die ab 1954 auch Sherpas ausbildete, darunter Tenzing Norgay.

Der schönste einfache Spaziergang im Tal folgt der Reichenbach auf einem Kiesweg von den Wiesen der Gschwantenmad unterhalb von Rosenlaui hinauf zum Weiler. Er ist flach oder leicht ansteigend, teils schattig, und gemütlich bist du pro Richtung gut eine halbe Stunde unterwegs. Unterwegs kommst du an Wiesen mit Kühen und Pferden vorbei, an Bänken am Wasser, an einem Holzhäuschen mit Selbstbedienung, in dem Alpkäse, Hobelkäse und Mutschli auf Vertrauensbasis verkauft werden, und an einer Gruppe alter Holzspeicher auf Stelzen mit dem Gletscher dahinter. Auf der Rückfahrt haben wir an der Straße ein zweites Häuschen mit dem Schild „Alpmutschli“ gefunden. Nimm Münz mit.

Wer mehr laufen will, wandert von Rosenlaui über die Schwarzwaldalp auf die Grosse Scheidegg, rund 2,5 Stunden, und fährt mit dem Bus nach Grindelwald hinunter. Das haben wir diesmal nicht gemacht, schau dir die Route vorher auf der Wanderkarte an.
Hotel Rosenlaui und die Geschichte des Tals
Das Hotel Rosenlaui ist das große Belle-Époque-Haus mitten im Weiler, und an dieser Stelle werden seit 1771 Gäste beherbergt. Der ältere Teil stammt von 1862, der Hauptbau mit Salons und Restaurant von 1905. Geführt wird es von der Familie Kehrli, und in den Aufenthaltsräumen gibt es bewusst kein Fernsehen, kein Radio und kein Internet.
Angefangen hat alles mit Wasser. 1771 entdeckte Andreas von Bergen hier eine Schwefelquelle, um die ein Bad entstand, das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts seine Blütezeit erlebte. 1912 verschütteten Erdbewegungen die Quelle. Das Hotel ist geblieben, und es wirkt, als wäre die Zeit stehen geblieben: grüne Fensterläden, verzierte Balkone, eine alte Pferdekutsche auf der Terrasse und über der Tür einfach nur „Hotel Rosenlaui“.

Auch wer nicht im Hotel übernachtet, kann im Restaurant essen. Die Saison 2026 endet am 18. Oktober, ab dem 14. Mai 2027 ist wieder offen. Haustiere dürfen nicht übernachten, mit Hund ist das Hotel also ein Ziel fürs Mittagessen, nicht für die Nacht. Das Postauto hält direkt vor dem Haus.
Gegenüber steht ein Gedenkstein „Den Alpenmalern François Diday 1802 bis 1877, Alexandre Calame 1810 bis 1864 zum Gedächtnis“. Die beiden Genfer Maler haben Landschaften wie diese im 19. Jahrhundert berühmt gemacht. Wer davor steht, Engelhörner und Wellhorn ringsum, versteht sofort, warum sie hier gemalt haben.

Reichenbachfall und Sherlock Holmes
Den Reichenbachfall passierst du auf dem Weg nach Rosenlaui: Hier stürzt der Bach aus dem Tal über die Felsen oberhalb von Meiringen, und hier ließ Arthur Conan Doyle Sherlock Holmes mit Professor Moriarty in die Tiefe fallen. Seit 1899 fährt eine nostalgische Standseilbahn ab Willigen zum oberen Fall.
Die Reichenbachfall-Bahn fährt im Sommer von 9 bis 17:30 Uhr (letzte Bergfahrt 17:15 Uhr), retour kostet sie für Erwachsene CHF 15 (ca. 16 €). An der Talstation bei der Privatklinik in Willigen gibt es kaum Parkplätze, der Betreiber empfiehlt den öffentlichen Parkplatz Alpbach in Meiringen. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten. Wir sind an diesem Tag vorbeigefahren und haben uns den Fall für einen anderen Besuch aufgehoben, prüfe die aktuellen Saisondaten beim Betreiber. Für einen Schluchtentag lässt sich Rosenlaui gut mit der Aareschlucht bei Meiringen verbinden, die nur ein paar Minuten entfernt liegt.
Rosenlaui mit Hund
Die Gletscherschlucht Rosenlaui ist hundefreundlich: Hunde kommen gratis hinein, und es gibt keine Gitterroste, auf denen manche Hunde nicht laufen mögen. Im ganzen Gebiet gilt Leinenpflicht, weil es im eidgenössischen Jagdbanngebiet Schwarzhorn liegt.
- Am oberen Ausgang steht ein Drehkreuz. Die meisten Hunde kriechen unten durch, sonst musst du durch die Schlucht zurück.
- Die Stufen sind teils steil und nass. Miley hat das locker geschafft, sehr kleine oder alte Hunde trägst du auf den Treppen besser.
- In den Tunneln ist es laut. Ängstliche Hunde mögen das Tosen nicht unbedingt.
- Die Reichenbach ist perfekt zum Abkühlen. Miley war an unserem Picknickplatz im Wasser, in der Mitte ist die Strömung aber stark und das Wasser eiskalt, bleib am ruhigen Rand.
- Im Hotel Rosenlaui dürfen Hunde nicht übernachten.
Weitere Ausflüge, bei denen dein Hund willkommen ist, findest du in unserem Ratgeber Schweiz mit Hund.

Unser Tag in Rosenlaui
So lief unser Sonntag, der 5. Juli 2026, mit Start in unserer Ferienwohnung in Brienz. Das Wetter war ideal: morgens strahlend blau, nachmittags ein paar Wolken, warm im Tal und kühl in der Schlucht.

- 9:40 Uhr: durch Meiringen Richtung Willigen, rechts die Felsen des Reichenbachfalls.
- 9:56 Uhr: Zahlstelle an der Talstraße, dann schmal durch den Wald hinaus auf die Wiesen.
- 10:08 Uhr: erster freier Blick auf Wellhorn und Gletscher von den Wiesen unterhalb von Rosenlaui, mehrere Fotostopps.
- 10:22 Uhr: Parkplatz an der Schlucht, ein paar Autos standen schon da.
- 10:27 bis 11:20 Uhr: durch die Schlucht: erster Wasserfall, Tunnel, Engstelle, Treppe am Wasserfall und Wendeltreppe.
- 11:22 bis 11:40 Uhr: das Feld der Steinmännli oben. Miley hat jeden Turm beschnuppert.
- 11:40 bis 12:33 Uhr: gemütlich durch den Wald am Bach zurück nach unten.
- 12:33 Uhr: wieder an der Kasse beim Café Schluchthüttli, dann ein erster Blick aufs Hotel Rosenlaui.
- 13:00 bis 14:30 Uhr: Picknick auf der Wiese an der Reichenbach mit Blick aufs Wellhorn. Miley im Wasser, ein paar Familien beim Picknick, das Postauto fährt auf der Straße vorbei.
- 14:40 bis 15:20 Uhr: zu Fuß flussaufwärts nach Rosenlaui, vorbei an Kühen, Pferden und dem Käsehäuschen mit Selbstbedienung.
- 15:20 bis 16:00 Uhr: Gedenkstein für Diday und Calame, Hotel Rosenlaui mit der alten Kutsche.
- 16:00 bis 16:40 Uhr: an der Reichenbach zurück zu den alten Speichern und zum Auto.
- 17:00 Uhr: Käsestopp am Alpmutschli-Häuschen auf der Talfahrt, Einkauf in Meiringen und Heimfahrt am Brienzersee entlang.
Hast du nur einen halben Tag, mach vormittags die Schlucht, halte auf den Wiesen unterhalb von Rosenlaui für den Wellhorn-Blick und iss im Hotel zu Mittag. Hast du einen ganzen Tag, lass das Auto an der Schlucht stehen und lauf den Weg an der Reichenbach.

Tipps aus eigener Erfahrung
- Früh kommen. Vor 11 Uhr ist es in der Schlucht am ruhigsten, und der Parkplatz am Eingang ist klein.
- Tagesticket fürs Parken lösen. Die CHF 8 gelten auf allen Parkplätzen im Tal, du kannst also zwischen Schlucht, Wiesen und Hotel wechseln.
- Jacke einpacken. Auch an einem heißen Julitag war es in der Schlucht kühl und feucht.
- Gute Schuhe. Uns haben Turnschuhe mit Profil gereicht, Flip-Flops sind auf den nassen Stufen keine gute Idee.
- Picknick mitnehmen. Außer dem Café an der Schlucht und dem Hotelrestaurant gibt es nichts, und die Wiesen an der Reichenbach sind der schönste Picknickplatz weit und breit.
- Münz einstecken für die Käsehäuschen mit Selbstbedienung.
- Langsam fahren und hinter jeder Kurve mit dem Postauto rechnen. Es hat immer Vortritt.

Touren und Tickets
Für die Schlucht selbst brauchst du keine Tour, das Billett kostet an der Kasse 12 Franken. Organisierte Ausflüge lohnen sich, wenn du ohne Auto unterwegs bist und das Tal mit dem E-Bike erleben willst, oder wenn du Rosenlaui mit Aareschlucht und Reichenbachfall verbinden möchtest. Diese Angebote haben wir gefunden:
8 Stunden mit Transfer ab Interlaken, Eintritt Gletscherschlucht, Hotel Rosenlaui, Säge Schwarzwaldalp, Käsedegustation und Grosse Scheidegg. Noch keine Bewertungen.
Preise & Verfügbarkeit prüfenEintritt in die nahe Aareschlucht plus Glace, gut mit Rosenlaui am selben Tag kombinierbar.
Preise & Verfügbarkeit prüfenTagesausflug über 9 Stunden mit Abholung in Luzern oder Zürich: Reichenbachfall, Aareschlucht, Gelmerbahn und Brienz. Rosenlaui selbst ist nicht enthalten.
Preise & Verfügbarkeit prüfenHäufige Fragen zur Gletscherschlucht Rosenlaui
Wie lange dauert die Gletscherschlucht Rosenlaui?
Der Rundweg von rund 1,2 Kilometern dauert etwa 45 Minuten, inklusive Abstieg durch den Wald. Mit Fotostopps und den Steinmännli oben rechnest du besser mit 1,5 Stunden.
Was kostet die Gletscherschlucht Rosenlaui 2026?
Erwachsene zahlen CHF 12 (ca. 13 €), Kinder von 6 bis 15 Jahren CHF 6. Mit Berner Oberland Pass oder Gästekarte sind es CHF 10. Hunde und Kinder unter 6 sind gratis.
Ist die Straße nach Rosenlaui eine Mautstraße?
Nicht ganz: Du zahlst eine Parkgebühr für das ganze Tal, CHF 8 pro Tag oder CHF 4 ab 12 Uhr, am Automaten am Taleingang. Die Straße ist schmal, das Postauto hat Vortritt.
Kann man von Rosenlaui mit dem Auto nach Grindelwald fahren?
Nein. Zwischen Schwarzwaldalp und Grindelwald gilt ein Fahrverbot für private Autos und Motorräder. Nimm das Postauto 164 bis Schwarzwaldalp und steig dort in den Bus 128 über die Grosse Scheidegg um.
Sind Hunde in der Gletscherschlucht Rosenlaui erlaubt?
Ja, gratis und an der Leine. Gitterroste gibt es keine, nur das Drehkreuz am oberen Ausgang kann für große Hunde knapp werden.
Rosenlaui oder Aareschlucht?
Die Aareschlucht ist länger, breiter und voller, mit ebenem Steg. Rosenlaui ist kürzer, steiler und wilder, mit Tunneln und Treppen, und du bekommst den Blick aufs Wellhorn dazu. Wenn du Zeit hast, mach beide am selben Tag.
Touren rund um Rosenlaui ansehen →
Rosenlaui ist einer von vielen Abstechern in unserem Reiseführer Berner Oberland. Mehr Ideen findest du auf unserer Schweiz-Startseite, und für einen ganzen Schluchtentag passen die Aareschlucht und ein Abstecher ins Holzschnitzerdorf Brienz auf dem Heimweg.


