Mürren: Das autofreie Dorf über dem Lauterbrunnental

Mürren ist ein autofreies Bergdorf auf 1.638 Metern, das auf einer Sonnenterrasse direkt an der Kante über dem Lauterbrunnental liegt. Gegenüber stehen Eiger, Mönch und Jungfrau, und eine Straße hinauf gibt es nicht: Du kommst nur mit der Seilbahn oder mit der kleinen Bergbahn ins Dorf. Wir waren am Abend des 9. Juli 2026 in Mürren, nach einem langen Tag auf dem Schilthorn, und sind mit unserem Hund Miley ab 17:50 Uhr durch das Dorf spaziert, bis zum Abendessen auf einer Terrasse über dem Tal. Hier findest du alles für deinen Besuch: Anreise, Preise 2026, die schönsten Mürren Sehenswürdigkeiten, Wanderungen, das Nachbardorf Gimmelwald und Tipps zum Übernachten.

Mürren auf einen Blick

Höhe 1.638 m, rund 800 m über dem Talboden
Einwohner Rund 430 ganzjährig, etwa 2.000 Gästebetten
Autos Keine. Keine öffentliche Straße, nur kleine Elektrowagen
Ab Stechelberg Neue Direktbahn, rund 4 Minuten, CHF 11.80 einfach (ca. 13 €)
Ab Lauterbrunnen Seilbahn nach Grütschalp und Bergbahn, rund 20 Minuten
Swiss Travel Pass Beide Wege nach Mürren gratis, Allmendhubelbahn 50 % günstiger
Allmendhubelbahn CHF 16 retour (ca. 17 €), 23. Mai bis 18. Oktober 2026
Hunde Fahren an der Leine gratis mit
Zeitbedarf Ein halber Tag fürs Dorf, ein ganzer mit Allmendhubel, Wanderung oder Gimmelwald

Preise: schilthorn.ch, gültig bis 12. Dezember 2026. Euro gerechnet mit 1 CHF = 1,08 € (Oktober 2026).

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Lauterbrunnen und Mürren: Tour in kleiner Gruppe ab Interlaken

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Lohnt sich Mürren?

Ja, Mürren lohnt sich auch ohne Schilthorn, denn kaum ein Ort in der Schweiz verbindet ein autofreies Dorf voller alter Holzchalets mit einer so gewaltigen Aussicht. Du stehst an der Felskante und schaust über das Lauterbrunnental hinweg auf die ganze Wand der Berner Alpen.

Die meisten Besucher sehen Mürren nur durchs Kabinenfenster. Sie steigen hier auf dem Weg zum Schilthorn um und verlassen die Station nie. Schade, denn hinter der Station zieht sich das Dorf an zwei ruhigen Straßen entlang, mit Chalets, die zum Teil Jahrhunderte alt sind, Blumenwiesen zwischen den Häusern und Aussichtspunkten, an denen der Boden einfach aufhört.

Dazu kommt eine Geschichte, mit der viele nicht rechnen. Im 19. Jahrhundert entdeckten vor allem Briten das Dorf, 1857 eröffnete das erste Gasthaus, 1870 das Grand Hotel. 1922 steckte der Engländer Sir Arnold Lunn in Mürren das erste Slalomrennen der Skigeschichte, 1924 gründete er hier den Kandahar Ski Club. Und seit 1928 rasen jeden Januar beim Inferno-Rennen Hunderte Hobbyfahrer 15,8 Kilometer vom Schilthorn bis nach Lauterbrunnen.

Was du nicht erwarten solltest, ist Trubel. Mürren hat Hotels, einige Restaurants und Läden, ein Sportzentrum und eine Kirche, aber abends wird es still. Genau das macht den Reiz aus.

Dächer von Mürren über dem Lauterbrunnental mit vergletscherten Gipfeln und Wolken
18:01 Uhr am Dorfrand: Chaletdächer, tief unten das Lauterbrunnental, dahinter die Gletscher am Talschluss. Rechts erkennst du einen Mast der neuen Seilbahn.

Anreise nach Mürren

Nach Mürren kommst du nur mit Bahn oder Seilbahn: mit der neuen Direktbahn ab Stechelberg in rund vier Minuten oder ab Lauterbrunnen mit der Seilbahn zur Grütschalp und der Bergbahn an der Kante entlang in rund 20 Minuten. Die dritte, langsamere Variante ist die alte Seilbahn über Gimmelwald.

Weg 1: Direktbahn ab Stechelberg

Seit dem 14. Dezember 2024 fährt eine neue Luftseilbahn direkt von Stechelberg im hintersten Lauterbrunnental nach Mürren. Mit bis zu 159,4 Prozent Steigung ist sie die steilste Seilbahn der Welt. In eine Kabine passen 85 Personen, sie überwindet 775 Höhenmeter in knapp vier Minuten. Die Kabine fährt durch das offene Dach der Talstation hinaus und steigt dann direkt an der Felswand neben dem Mürrenbachfall nach oben. Das ist der schnellste Weg und der, den wir genommen haben. Es ist zugleich die erste Sektion der Schilthornbahn, morgens ist sie deshalb voll mit Gipfelgästen.

Weg 2: Lauterbrunnen, Grütschalp und Bergbahn

Der klassische Weg beginnt gegenüber vom Bahnhof Lauterbrunnen. Eine Seilbahn bringt dich in rund vier Minuten 686 Höhenmeter hinauf zur Grütschalp. Dort steigst du in die kleine Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren (BLM) um, die fast eben an der Felskante entlang über Winteregg nach Mürren fährt. Die Bahn gibt es seit 1891, die Seilbahn ersetzt seit 2006 die frühere Standseilbahn. Das ist die schönere Strecke: Auf der Talseite des Zuges hast du die ganze Fahrt über Eiger, Mönch und Jungfrau vor dir. Die Bergbahn hält am Bahnhof Mürren BLM am nördlichen Dorfende. Bis zur Schilthornbahn am anderen Ende läufst du 10 bis 15 Minuten quer durchs Dorf.

Weg 3: Die alte Bahn über Gimmelwald

Die ursprüngliche Schilthornbahn von 1965 fährt weiterhin von Stechelberg über Gimmelwald nach Mürren. Du brauchst sie, wenn du in Gimmelwald aussteigen willst, sonst ist die Direktbahn schneller.

Unser Tipp: Fahr auf dem einen Weg hinauf und auf dem anderen hinunter. Zum Beispiel morgens mit der Bergbahn über die Grütschalp wegen der Aussicht und abends mit der Direktbahn nach Stechelberg, dann mit dem Postauto zurück nach Lauterbrunnen.

Großer Schriftzug MÜRREN an der Holzfassade der neuen Station der Schilthornbahn
Die neue Station in Mürren, eröffnet im Dezember 2024. Von hier geht es hinunter nach Stechelberg und hinauf zur Birg und aufs Schilthorn.

Preise und Pässe 2026

Ein einfaches Billett von Stechelberg nach Mürren kostet 2026 CHF 11.80 (ca. 13 €), retour CHF 23.60 (ca. 25 €). Mit dem Swiss Travel Pass fährst du gratis, mit dem Halbtax zum halben Preis. Über die Grütschalp kostet die Fahrt ab Lauterbrunnen ungefähr gleich viel.

Strecke 2026 Erwachsene Kinder 6 bis 15 Halbtax Swiss Travel Pass
Stechelberg bis Mürren, einfach CHF 11.80 (ca. 13 €) CHF 5.90 CHF 5.90 gratis
Stechelberg bis Mürren, retour CHF 23.60 (ca. 25 €) CHF 11.80 CHF 11.80 gratis
Allmendhubelbahn, retour CHF 16.00 (ca. 17 €) CHF 8.00 CHF 8.00 CHF 8.00
Lauterbrunnen bis Mürren über Grütschalp, einfach rund CHF 12.40 (ca. 13 €) mit Halbtax halber Preis, mit Swiss Travel Pass gratis

Mit dem Berner Oberland Pass sind alle Bahnen nach Mürren und die Allmendhubelbahn inklusive. Willst du weiter aufs Schilthorn, kostet das Retourbillett ab Mürren CHF 91.40 (ca. 99 €). Kinder unter 6 Jahren und Hunde fahren gratis. Die offiziellen Tarife stammen von schilthorn.ch. Den Preis über die Grütschalp nennt eine Drittquelle mit Stand Oktober 2026, prüfe ihn vor der Fahrt in der SBB-App.

Parken im Tal

Weil Mürren autofrei ist, parkst du unten im Lauterbrunnental: entweder im großen Parkhaus der Schilthornbahn neben der Talstation Stechelberg oder im Parkhaus am Bahnhof Lauterbrunnen mit 974 Plätzen, das CHF 18 für 8 Stunden kostet (ca. 19 €). Von beiden sind es nur ein paar Schritte zur Bahn.

  • Stechelberg: Navi auf „Schilthornbahn Talstation, Stechelberg, 3824 Lauterbrunnen“. Das Parkhaus hat deutlich über 1.000 Plätze, bezahlt wird am Automaten beim Ticketschalter. Die Angaben zur Gebühr gehen bei den Betreibern auseinander, schau am Automaten nach.
  • Lauterbrunnen: Das Parkhaus liegt direkt am Bahnhof und an der Seilbahn zur Grütschalp. An Sommermorgen ist es schnell voll.
  • Mit dem Zug: von Interlaken Ost nach Lauterbrunnen in rund 22 Minuten, dann Seilbahn zur Grütschalp oder Postauto Linie 141 bis Stechelberg, Schilthornbahn (12 Minuten).

Wir kamen mit dem Auto aus unserer Ferienwohnung in Brienz und haben in Stechelberg geparkt, deshalb war die Direktbahn für uns die naheliegende Wahl.

Spaziergang durchs Dorf

Das Schönste an Mürren kostet nichts: Spazier einmal von einem Dorfende zum anderen und zurück. Mit Pausen dauert das rund eine Stunde, und du siehst alte Chalets, Holzspeicher, Blumengärten und Aussichtspunkte über dem Tal.

Wir kamen um 17:51 Uhr mit einer der letzten Bahnen von der Birg an der neuen Station an. Die Kabine war rappelvoll, doch im Dorf verlief sich die Menge innerhalb von Minuten. Gleich hinter der Station zeigt ein gelber Wegweiser, wie viel du von hier aus machen kannst: Allmendhubelbahn, Grütschalp, Gimmelwald, Stechelberg, Rotstockhütte und, in Braun, der Klettersteig.

Gelber Wanderwegweiser in Mürren Richtung Allmendhubelbahn, Grütschalp, Gimmelwald, Stechelberg und Klettersteig
Der Wegweiser bei der Station: Allmendhubel, Grütschalp, Gimmelwald, Stechelberg und der Klettersteig.

Was uns sofort auffiel, waren die Häuser. Viele Chalets sind typische Berner Oberländer Holzhäuser, das Holz von Sonne und Wetter fast schwarz gebrannt, mit grünen oder roten Fensterläden und Geranien vor jedem Fenster. An den Balkonen hängen die Schweizer Fahne, der Berner Bär und manchmal auch das Walliser Wappen. Zwischen den Häusern stehen alte Holzspeicher auf Stelzen, in denen die Bauern früher Korn und Fleisch vor Mäusen schützten. Im Juli blühten an den Wegrändern überall pinke Weidenröschen.

Alte, von der Sonne dunkel gebrannte Holzhäuser und ein Stall an einer Gasse in Mürren
Alte Holzhäuser nahe der Station, das Holz von Jahrhunderten Sonne fast schwarz.

Achte beim Gehen auf die Details. An einem Haus steht in großen Lettern MDXXXXV, also 1545 in römischen Ziffern. Ein alter Römer hätte allerdings MDXLV geschrieben. Die Inschrift ist da, wie alt das Haus wirklich ist, konnten wir nicht prüfen. Ein paar Schritte weiter wacht eine geschnitzte Holzeule mit goldener Krone über ein Fenster voller roter Geranien, und am Abend zeigt das Schaufenster „Mürrmeli“ eine ganze Familie Plüsch-Murmeltiere auf Brennholz und Kunstschnee.

Altes Haus in Mürren mit der römischen Jahreszahl MDXXXXV an der dunklen Holzwand
MDXXXXV: 1545 in römischen Ziffern, ungewöhnlich geschrieben. Dahinter ein Chalet mit grünen Läden.

Autofrei heißt übrigens nicht ganz ohne Fahrzeuge. Kleine Elektrowagen bringen Gepäck vom Bahnhof zu den Hotels und beliefern die Läden. Sie fahren fast lautlos, bleib also am Straßenrand.

Holzchalets mit roten Läden, Brennholzstapel und pinken Weidenröschen in Mürren
Weidenröschen, Brennholz und rote Fensterläden: eine typische Gasse in Mürren im Juli.

Die Aussichtspunkte an der Felskante

Mürren liegt direkt am Rand einer senkrechten Felswand. An mehreren Stellen enden die Gassen an einem Zaun oder einer Bank, und darunter fällt das Gelände rund 800 Meter tief ins Lauterbrunnental ab. Gegenüber siehst du die Felswände der anderen Talseite mit ihren Wasserfällen, hinten am Talschluss die Gletscher. Am späten Nachmittag kommt das Licht von der Seite, und die Felsen leuchten golden. Wir standen gegen 18:40 Uhr an der Kante, und es war der ruhigste Moment des ganzen Tages.

Blick vom Dorfrand von Mürren hinunter ins Lauterbrunnental mit Gletschern am Talschluss
18:40 Uhr am Dorfrand: Fast 800 Meter unter dir liegt das Lauterbrunnental.

Mürren Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Mürren sind das Dorf selbst mit seinen Aussichtspunkten, der Allmendhubel mit Flower Park und Blumenweg, das Sportzentrum, der Klettersteig nach Gimmelwald, Gleitschirmflüge und natürlich das Schilthorn über dem Dorf. Hier das Wichtigste zu jedem Punkt.

Allmendhubel: Standseilbahn, Flower Park und Flower Trail

Die Allmendhubelbahn fährt vom oberen Dorfende in rund vier Minuten auf 1.907 Meter, und das schon seit 1912. Das Retourbillett kostet 2026 CHF 16 (ca. 17 €), mit Swiss Travel Pass oder Halbtax CHF 8, mit dem Berner Oberland Pass nichts. Im Sommer 2026 fährt sie vom 23. Mai bis 18. Oktober alle 20 Minuten von 9 Uhr bis zur letzten Fahrt um 17 Uhr. Im Winter erschließt sie Skipiste und Schlittelweg.

Oben warten ein Panoramarestaurant mit großer Sonnenterrasse, der Abenteuerspielplatz Flower Park mit riesigen Alpenblumen und Insekten, ein Wasserlabyrinth und geschwungene Holzliegen mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Der Flower Trail ist ein breiter, leichter Weg vorbei an über 150 Arten von Bergblumen, von Enzian über Alpenrosen bis Edelweiß. Auch der Northface Trail beginnt hier. Wir selbst waren nicht oben, weil wir erst nach der letzten Fahrt im Dorf ankamen. Den Steinviadukt der Bahn am Hang hinter den Häusern haben wir aber beim Spaziergang gesehen.

Chalet mit orangen Fensterläden, Schweizer Fahne, Berner Bär und Walliser Wappen, dahinter der Viadukt der Allmendhubelbahn
Schweizer Fahne, Berner Bär und Walliser Wappen an einem Haus. Rechts am grünen Hang siehst du den Steinviadukt der Allmendhubelbahn.

Alpines Sportzentrum

Das Alpine Sportzentrum mitten im Dorf hat ein Hallenbad mit 25 mal 11 Metern bei 28 Grad, ein Sprudelbecken mit Blick auf die Berner Alpen, ein Kinderbecken, ein Spa mit Saunen und Dampfbad, einen Fitnessraum und eine Cafeteria. Laut Stand Sommer 2026 ist das Bad täglich von 10 bis 19 Uhr offen, das Spa von 13 bis 19 Uhr. Erwachsene zahlen fürs Bad CHF 15 (ca. 16 €), mit Gästekarte CHF 11, Kinder von 6 bis 16 Jahren CHF 7. Das Spa kostet CHF 36 (ca. 39 €). Draußen liegen Tennisplätze auf rund 1.650 Metern, die zu den höchstgelegenen der Welt gehören, und eine Eisbahn, auf der im Winter Curling gespielt wird. Revisionen sind meist im April oder Mai und von November bis Mitte Dezember.

Für Familien ist das Hallenbad die beste Schlechtwetter-Alternative im ganzen Tal. Als wir um 18:24 Uhr am Sportchalet vorbeikamen, wurde unter der Felswand noch Tennis gespielt.

Holzschild Sportchalet Mürren mit gekreuzten Tennisschlägern vor den Tennisplätzen
Das Schild am Sportchalet bei den Tennisplätzen, dahinter die Felswände des Tals.

Klettersteig Mürren bis Gimmelwald

Der Klettersteig führt 2,2 Kilometer an der Felswand unterhalb von Mürren entlang nach Gimmelwald und dauert rund drei Stunden. Er hat die Schwierigkeit K3, also mittel, und ist nur etwas für Schwindelfreie mit alpiner Erfahrung und kompletter Ausrüstung aus Helm, Klettergurt und Klettersteigset. Der Weg verliert rund 300 Höhenmeter, quert eine Schlucht mit einer Tyrolienne (nur mit Bergführer, sonst über eine Seilbrücke als Umgehung) und endet mit der langen Nepalbrücke. Offen ist er vom 1. Juni bis 31. Oktober, täglich von 9 bis 18 Uhr. Der Einstieg liegt hinter dem Sportzentrum, Ausrüstung leihst du in den Sportgeschäften nahe dem Bahnhof. Vom Ende sind es rund fünf Minuten bis zur Seilbahnstation Gimmelwald.

Gleitschirmfliegen über dem Lauterbrunnental

Mürren ist einer der bekanntesten Startplätze für Gleitschirmflieger in der Region. Tandempiloten starten an den Hängen über dem Dorf und landen unten im Tal, ihre Aufsteller siehst du schon bei der Station. Während unseres Spaziergangs kreiste ein Schirm direkt über den Chalets. Tandemflüge findest du im Abschnitt Touren am Ende dieses Artikels.

Skigeschichte und Inferno-Rennen

Mürren gehört zu den Wiegen des alpinen Skirennsports. 1922 wurde hinter dem Hotel Jungfrau der erste Slalom gesteckt, 1924 der Kandahar Ski Club gegründet, 1931 fanden hier die ersten alpinen Weltmeisterschaften in Slalom und Abfahrt statt. Das Inferno-Rennen gibt es seit 1928, jedes Jahr im Januar: 15,8 Kilometer vom Schilthorn bis Lauterbrunnen mit 2.150 Metern Höhenunterschied, das längste Amateur-Skirennen der Welt.

Geschnitzte Holzeule mit goldener Krone neben roten Geranien an einem Fenster in Mürren
Eine der kleinen Überraschungen am Weg: die Holzeule mit goldener Krone zwischen roten Geranien.

Wandern ab Mürren

Mürren ist ein idealer Ausgangspunkt zum Wandern: Leichte Panoramawege beginnen direkt im Dorf, und die Allmendhubelbahn erspart dir den ersten Aufstieg. Diese vier Touren sind die beliebtesten, vom einstündigen Spaziergang bis zur Halbtagesrunde.

  • Northface Trail: Rundweg von rund 6,2 Kilometern und 2 Stunden vom Allmendhubel über Schiltalp, Spielboden und Blumental zurück nach Mürren. Infotafeln erzählen die Geschichte der Erstbesteigungen an den Nordwänden von Eiger, Mönch und Jungfrau, die du die ganze Zeit vor dir hast. Mittelschwer, auf markierten Wanderwegen.
  • Grütschalp bis Mürren: leichte Wanderung von rund 1 Stunde 15 Minuten fast eben entlang der Bahnlinie, mit dem Dreigestirn im Blick. Zurück fährst du mit der Bahn.
  • Mountain View Trail: von der Grütschalp hinauf zum Allmendhubel in rund 2 Stunden, mit mehr Höhenmetern und noch weiterer Sicht.
  • Mürren bis Gimmelwald: rund 45 bis 60 Minuten bergab auf einem asphaltierten, autofreien Sträßchen, etwa 2,5 Kilometer und 270 Höhenmeter. Zurück mit der Seilbahn oder weiter hinunter nach Stechelberg.

Wir sind diese Wege bei diesem Besuch nicht gegangen, die Zeiten stammen von den regionalen Tourismusorganisationen. Die gelben Wegweiser im Dorf geben realistische Zeiten für normale Wanderer an.

Alter Holzspeicher mit Geranien hinter einer Wildblumenwiese in Mürren
Ein alter Speicher hinter einer Wildblumenwiese mitten im Dorf.

Gimmelwald, das Nachbardorf

Gimmelwald ist ein winziges autofreies Dorf auf 1.364 Metern, rund 270 Meter unterhalb von Mürren auf derselben Felsterrasse, mit etwa 110 Einwohnern. Du erreichst es zu Fuß ab Mürren in 45 bis 60 Minuten oder mit der alten Seilbahn ab Stechelberg, die hier auf dem Weg nach Mürren hält.

Ist Mürren ruhig, ist Gimmelwald noch ruhiger. Es ist ein Bauerndorf mit Heuwiesen, Ställen und nur wenigen Unterkünften. Zum großen Ferienort wurde Gimmelwald nie, auch weil das Gebiet zur Lawinenzone erklärt wurde. Auf dem Weg hinunter verkaufen Höfe Käse und andere Produkte in kleinen Selbstbedienungsständen, das Geld legst du in eine Kasse. Viele verbinden Gimmelwald mit dem Klettersteig, der hier endet, oder wandern weiter durchs Sefinental nach Stechelberg.

Ein guter Plan: zu Fuß von Mürren nach Gimmelwald, dort etwas trinken und mit der alten Seilbahn hinunter nach Stechelberg. Beachte, dass diese Bahn vom 19. bis 30. Oktober 2026 wegen Revision geschlossen ist. Wir haben es auf dieser Reise nicht nach Gimmelwald geschafft, der Abend war zu kurz. Es steht für den nächsten Besuch ganz oben auf unserer Liste. Alles in diesem Abschnitt stammt deshalb aus offiziellen Quellen und nicht aus eigener Erfahrung.

Chalets auf grünen Wiesen unterhalb der Felswände des Lauterbrunnentals, aus der Seilbahn gesehen
Talfahrt um 19:21 Uhr: Chalets auf den grünen Terrassen unter den Felswänden, im Abendlicht.

Mürren und das Schilthorn

Mürren ist das Tor zum Schilthorn: In der Station im Dorf beginnt die Bahn über die Zwischenstation Birg auf den 2.970 Meter hohen Gipfel mit dem Drehrestaurant Piz Gloria und der James-Bond-Ausstellung. Ab Mürren kostet das Retourbillett auf den Gipfel CHF 91.40 (ca. 99 €).

Am besten verbindest du beides so wie wir: morgens auf den Gipfel, wenn die Sicht am klarsten ist, und auf dem Rückweg den späten Nachmittag und Abend in Mürren. Alles zum Gipfel, zur Birg mit Skyline Walk und Thrill Walk und zur Wanderung zum Grauseeli steht in unserem Reiseführer zum Schilthorn mit Preisen und unserem ganzen Tag.

Schwarz-weiße Katze mit rotem Halstuch liegt auf einer Dorfstraße in Mürren
Die heimliche Chefin von Mürren: eine Katze mit rotem Halstuch, um 18:36 Uhr mitten auf der Straße.

Mürren mit Hund

Mit Hund ist Mürren unkompliziert: Hunde fahren an der Leine in der Schilthornbahn und der Allmendhubelbahn gratis mit, im Dorf gibt es keinen Verkehr, und in den Restaurants der Schilthornbahn sind Hunde willkommen. Miley ist nach einem langen Bergtag mit uns durchs ganze Dorf gelaufen.

Unser schönster Moment des Abends hatte mit einer Katze zu tun. Mitten auf der Gasse am Dorfrand lag eine schwarz-weiße Katze mit rotem Halstuch, völlig entspannt, als gehöre ihr die Straße. Miley blieb stehen und starrte, die Katze starrte zurück. Eine lange Minute rührte sich niemand. Am Ende haben sich die beiden friedlich geeinigt: Die Straße war breit genug für beide.

Unser Hund Miley an der Leine schaut eine Katze an, die auf der Straße in Mürren liegt
Miley trifft die Katze. Keiner hat nachgegeben, und beide waren damit zufrieden.
  • Lass deinen Hund im Dorf an der Leine. Die Elektrowagen sind fast lautlos.
  • Rechne mit anderen Tieren: Katzen liegen auf den Gassen, und auf den Wanderwegen über dem Dorf weidet im Sommer Vieh.
  • Ist dein Hund in Seilbahnen nervös, ist die Bergbahn über die Grütschalp die ruhigere Variante.
  • Der Klettersteig ist nichts für Hunde. Mehr Tipps zu Bahnen und Zügen findest du in unserem Ratgeber Schweiz mit Hund.

Unser Abend in Mürren

So lief unser Abend am 9. Juli 2026. Es war sonnig mit ein paar Wolken über den Gipfeln und warm genug, um bis nach 19 Uhr draußen zu sitzen.

  • 17:30 Uhr: mit einer der letzten Bahnen von der Birg nach Mürren, rappelvoll.
  • 17:51 Uhr: Ankunft an der neuen Station. Die ersten Chalets gleich hinter dem Gebäude, über dem Dorf ein Gleitschirm.
  • 17:55 bis 18:15 Uhr: obere Dorfstraße: Fahnen, alte Speicher, die Eule mit Krone, die Inschrift von 1545. Vom Rand aus sehen wir eine Kabine der neuen Bahn über die Kante ins Tal kippen.
  • 18:15 bis 18:30 Uhr: Dorfstraße mit Läden, Café-Terrassen und Elektrowagen, dann Sportzentrum und Tennisplätze.
  • 18:35 Uhr: das Riesenschach, dann die Katze.
  • 18:40 Uhr: Aussichtspunkte an der Felskante, das schönste Licht des Abends.
  • 18:45 bis 19:00 Uhr: Abendessen auf einer Restaurantterrasse mit Blick ins Lauterbrunnental.
  • 19:00 Uhr: das Murmeltier-Schaufenster, Chalets im Abendlicht, Wimpelketten über der Straße.
  • Gegen 19:20 Uhr: mit der Direktbahn hinunter nach Stechelberg, die Felswände leuchten golden.

Die Preise auf den Terrassen sind, wie in Schweizer Bergdörfern üblich, hoch, die Aussicht ist dafür inklusive. Wer sparen will, kauft im Dorfladen ein und picknickt auf einer der Bänke an der Kante.

Schaufenster Mürrmeli mit Plüsch-Murmeltieren auf Brennholz und Kunstschnee
19 Uhr: Im Schaufenster „Mürrmeli“ hat es sich eine Familie Murmeltiere gemütlich gemacht.

Übernachten in Mürren

Eine Übernachtung in Mürren lohnt sich, wenn du das Dorf ohne Tagesgäste erleben willst: Nach den letzten Bahnen leeren sich die Gassen, und am Morgen siehst du die Gipfel im ersten Licht, bevor die Ausflügler kommen. Mürren hat rund 2.000 Gästebetten in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, vom historischen Grandhotel bis zum einfachen Chalet.

  • Früh buchen. Im Juli, August und in der Skisaison ist das Dorf oft voll, und kurzfristig bleibt wenig Auswahl.
  • Gepäck: Du trägst es vom Bahnhof selbst, oder das Hotel holt es mit dem Elektrowagen ab. Frag beim Buchen nach.
  • Gästekarte: Übernachtungsgäste bekommen eine Gästekarte mit Vergünstigungen, etwa im Hallenbad (CHF 11 statt 15).
  • Auto: Es bleibt während des ganzen Aufenthalts in Stechelberg oder Lauterbrunnen. Frag am Parkhaus nach Mehrtagestarifen.
  • Alternativen: Gimmelwald für absolute Ruhe, Lauterbrunnen im Tal für günstigere Preise und mehr Restaurants.

Wir hatten eine Ferienwohnung in Brienz und haben Mürren als Tagesausflug besucht. Mit dem Auto klappt das gut.

Chalets und Tannen in Mürren im Abendlicht mit vergletscherten Gipfeln dahinter
Kurz nach 19 Uhr waren die Tagesgäste weg und das Dorf still. Im Hintergrund die Gletscher am Talschluss.

Beste Reisezeit für Mürren

Am schönsten ist Mürren von Ende Juni bis Mitte September: Die Wiesen blühen, alle Bahnen fahren, und die Wanderwege sind schneefrei. Im Winter ist Mürren ein Skidorf mit dem Skigebiet Schilthorn darüber. Im späten Frühling und im Herbst schließen einige Bahnen für die Revision.

  • Sommer: warm, grün, mittags voll. Morgens und abends ist es am ruhigsten. Nachmittags ziehen oft Wolken auf, plane Aussichten also für den Vormittag.
  • Herbst: klarere Luft, weniger Leute. Achte auf die Revisionen 2026: Die Allmendhubelbahn fährt nur bis 18. Oktober, die alte Bahn über Gimmelwald ist vom 19. bis 30. Oktober zu, die Strecke Lauterbrunnen, Grütschalp, Mürren vom 26. Oktober bis 6. November. Die Direktbahn ab Stechelberg fährt weiter.
  • Winter: Skifahren, Schlitteln vom Allmendhubel und das Inferno-Rennen im Januar. Den Winterfahrplan findest du beim Betreiber.

Tipps aus eigener Erfahrung

  • Nicht nur umsteigen. Plane mindestens zwei Stunden fürs Dorf ein, am besten am späten Nachmittag.
  • Beide Wege nutzen. Hinauf mit der Bergbahn über die Grütschalp wegen der Aussicht, hinunter mit der Direktbahn wegen des Nervenkitzels, oder umgekehrt.
  • Zur Kante gehen. Die besten Blicke hast du nicht an der Dorfstraße, sondern an den Aussichtspunkten ein paar Schritte weiter.
  • Letzte Fahrt im Blick. Die Allmendhubelbahn fährt im Sommer nur bis 17 Uhr. Wir waren zu spät.
  • Jacke mitnehmen. Auf 1.638 Metern wird es nach Sonnenuntergang schnell kühl, auch im Juli.
  • Kombinieren. Mürren passt gut zum Schilthorn, zum Staubbachfall in Lauterbrunnen und zu den Trümmelbachfällen unten im Tal.

Touren und Tickets

Mit Auto oder Swiss Travel Pass brauchst du für Mürren keine Tour: Billett an der Station kaufen oder gratis fahren. Eine Tour lohnt sich, wenn du ohne Auto reist und Transfer und Begleitung willst, oder wenn du das Tal von oben sehen möchtest. Diese Angebote würden wir uns ansehen:

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Häufige Fragen zu Mürren

Wie kommt man nach Mürren?

Nur mit Bahn oder Seilbahn: mit der Direktbahn ab Stechelberg in rund vier Minuten oder ab Lauterbrunnen mit der Seilbahn zur Grütschalp und der Bergbahn in rund 20 Minuten. Eine Straße für Privatautos gibt es nicht.

Was kostet die Fahrt nach Mürren?

Ab Stechelberg zahlen Erwachsene 2026 CHF 11.80 einfach und CHF 23.60 retour. Mit dem Swiss Travel Pass oder dem Berner Oberland Pass ist die Fahrt gratis, mit dem Halbtax halb so teuer.

Mürren oder Wengen?

Beide Dörfer sind autofrei und liegen auf gegenüberliegenden Seiten des Lauterbrunnentals. Mürren ist kleiner, ruhiger und liegt direkt an der Kante, mit dem Schilthorn darüber. Wengen ist größer, hat mehr Hotels und Läden und liegt an der Bahn zur Kleinen Scheidegg und zum Jungfraujoch. Für Aussicht und Ruhe würden wir Mürren wählen.

Wie viel Zeit braucht man für Mürren?

Zwei bis drei Stunden für Dorfspaziergang und Aussichtspunkte. Einen ganzen Tag, wenn du Allmendhubel, eine Wanderung, den Klettersteig oder Gimmelwald dazunimmst. Mit dem Schilthorn zusammen ebenfalls einen ganzen Tag.

Kann man von Mürren nach Gimmelwald laufen?

Ja, auf einem asphaltierten Sträßchen ohne Autos in rund 45 bis 60 Minuten bergab. Zurück hinauf dauert es länger, viele nehmen deshalb die Seilbahn nach Mürren oder hinunter nach Stechelberg.

Ist Mürren im Winter geöffnet?

Ja, Mürren ist das ganze Jahr bewohnt und erreichbar. Im Winter ist es ein Skiort mit Zugang zum Skigebiet Schilthorn. Im Frühling und Herbst schließen einzelne Bahnen für die Revision.

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Mürren gehört zu den Höhepunkten im Lauterbrunnental und lässt sich gut mit den Wasserfällen unten im Tal verbinden. Weitere Ideen für deine Reise findest du auf unserer Schweiz-Startseite.

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